Mainz (AP) Die neugeschaffene Auszeichnung «Courage - Der Preis für
Menschlichkeit» ist am Dienstagabend in Mainz neun Menschen verliehen
worden, die in außergewöhnlichen Situationen anderen geholfen haben.
«Sie haben zugepackt und sind nicht weggelaufen», sagte der Moderator
der Galaveranstaltung, Frank Elstner, «Sie haben sich eingesetzt für
Menschen, die in höchster Not waren.» Unter den Geehrten ist der
spanische Tenor Jose Carreras, dessen Einsatz für Leukämieopfer
gewürdigt wurde.
Ausgezeichnet wurden neben Carreras der New Yorker Robert Beckwith, ein
pensionierter Feuerwehrmann, der sich am 11. September nach den
Terroranschlägen spontan wieder für die Rettungsarbeiten am
eingestürzten World Trade Center gemeldet hatte. «Ich bin stolz, dass
ich hier bin», sagte Beckwith, dem eine stehende Ovation zuteil wurde.
Er nehme den Preis stellvertretend für die vielen Feuerwehrleute
entgegen, die an den Rettungsarbeiten teilgenommen und dabei zum Teil
ihr Leben verloren hätten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident
Kurt Beck sagte in seiner Laudatio, das Verhalten des 69-Jährigen
zeige, dass Menschen auch in schwieriger Zeit Zeichen setzen könnten.
Weitere Preisträger sind der Bremerhavener Lagerarbeiter Oliver
Grammatke, der unter Einsatz seines Lebens einen dreijährigen Jungen
vor einem Kampfhund rettete, die Magdeburgerin Floristin Franziska
Plep, die einen Kenianer und seinen Sohn gegen Skinheads beschützte und
der Rentner Willi Wagner aus Bamberg, der ein dreijähriges Mädchen nach
einem Sturz aus dem dritten Stock eines Wohnhauses mit seinen Händen
auffing. Ausgezeichnet wurden auch die Schwestern Alexandra und
Friedericke Walter aus Dresden und Hamburg, die ein leukämiekrankes
Kind durch zwei Knochenmarksspenden retteten, sowie Laura Pollack und
Ralf Windvang aus Düsseldorf, die mehrere Menschen aus einem brennenden
Pflegeheim befreiten.
Über die Auswahl hatte eine Jury entschieden, der unter anderem der
Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und
der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel,
angehörten. Der von der ARD und der Zeitschrift «Freizeit Revue» ins
Leben gerufene Preis ist mit jeweils 5.000 Mark dotiert und soll in
Zukunft einmal jährlich vergeben werden.
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