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Konzert der José-Carreras-Stiftung: Traummelodien zum Dahinschmelzen
By Renate Scheler


(RP). Man sang verheißungsvoll von sehnsüchtiger Liebe, wilder Eifersucht verpackt in Opernarien und Chören von Donizotti bis Puccini. Traummelodien vieler reifer Jahrgänge brachten schon nach ein paar Sekunden das Publikum in der Rheinhausen-Halle am Sonntag zum Dahinschmelzen - zugunsten Leukämiekranker.

Mit dem Benefizkonzert weckte die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. das Bewusstsein für eine oft noch unheilbare Krankheit: Leukämie gleich Blutkrebs. Tausende auf der ganzen Welt leiden daran, hoffen auf Knochenmarktransplantationen und anderen eventuell helfenden medizinischen Möglichkeiten, hoffen auf Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich dieses vielseitigen Erkrankungsfeldes.

Der spanische Tenor José Carreras, in den 80er Jahren selber an Leukämie erkrankt und wie durch ein Wunder geheilt, gründete die Stiftung, die nunmehr seit weit über zehn Jahren weltweit, für Deutschland in München, tätig ist. Der Stimmung in der Rheinhausen-Halle tat dieser ernste Hintergrund allerdings keinen Abbruch. Chorvereinigung wie der Chor "Slovik", der "MGC Deutscher Liederkreis" aus Aldekerk, der Rheinhauser Konzertchor "Concordia" und Opernsänger, weitestgehend aus der Region kommend, mit strahlendem Timbre wie der Tenor Kairshan Sholdybajew, die Sopranistin Cordula Berner oder der Bariton William Oberholtzer spulten ein einschmeichelndes Programm ab, dem kaum einer widerstehen konnte.

Die Opernträne lief ein ums andere Mal über. Und nicht nur die schmelzende Arie des "Germont" aus Verdis "Traviata", die Arie der Linda aus Donizettis "Linda di Chamounix", sondern auch Verdis Pilgerchor aus "Die Lombarden" oder sein berühmter "Gefangenenchor" aus "Nabucco" umspülten die Seelen. Mindestens der halbe Saal sang innerlich mit, auch wenn die Interpretation der Ausführenden hier und da ein paar Wünsche offen ließ. Ein absoluter Höhepunkt: Die Ausschnitte aus Verdis "Rigoletto".

Da zeigte sich, dass das Herz der Hörer vielfach im italienischen Operngeschehen weilt: "La donna e mobile" oder das Duett Gilda-Rigoletto""Parla... siam..." ließen manchen zerfließen. Begleitet wurde übrigens das Benefizkonzert, bei dem die Künstler auf einen Teil ihrer Gage verzichteten, von den Krefelder "Plüsch-Symphonikern". Sie hatten etwas zu kämpfen mit den bisweilen schleppenden Tempi des Dirigenten, Musikdirektor Karl Hammans, fingen diese aber immer wieder geschickt durch das engagierte Co-Dirigat ihres Konzertmeisters auf.

 

Copyright © 2001 Rheinische Post


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Source: Rheinische Post
Date Published: October 08, 2001