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Stunden triumphaler Rückkehr
By H. G. Pribil


Salzburger Festspiele: Solistenkonzert José Carreras

In der Ära Mortier war er bei den Salzburger Festspielen "persona non grata", jetzt ist er triumphal nach Salzburg zurückgekehrt: der spanische Startenor Jose Carreras, der die Leukämie besiegt hat. Am Sonntag bestritt er im Großen Festspielhaus ein viel bejubeltes Solistenkonzert.

Ein klug zusammengestelltes, seriöses Programm, bei dem Carreras mit den Kräften haushalten und dennoch seine Stärken demonstrieren konnte. Ein Abend, an dessen Gelingen nicht nur der ausgezeichnete Klavierbegleiter Lorenzo Bavaj großen Anteil hatte, sondern auch das vorwiegend aus Wiener Philharmonikern bestehende Ensemble Wien (mit der ungewöhnlichen Besetzung 1. Violine, 2. Violine, Viola, Kontrabass), das nicht nur begleitete, sondern zur Auflockerung auch einige Stücke im Alleingang beisteuerte.

Im ersten Teil sang Carreras zwei Scarlatti-Arien sowie Lieder von Tschaikowsky und Massenet. Der zweite Teil begann mit einem spanischen Block: Albeniz, Enric Morera und Granados. Zum Abschluss des offiziellen Programms dann die unverwüstliche "Toselli-Serenade" und das prächtige neapolitanische Lied "Vurria . . ." von Furio Rendine. Da zeigte sich, dass Carreras umso besser wird, je mehr er sich in expressive und leidenschaftliche Gefilde vorwagt, denn da blitzt der Glanz wieder auf, für den seine Stimme einst so berühmt war. Brillant auch die Solo-Einlagen des Ensemble Wien: aus den "Valses nobles" von Schubert, das Andante cantabile aus Tschaikowskys Streichquartett Nr. 1 und "Asturias" aus der "Suite espanola" von Albeniz. Und als besondere Köstlichkeit erwies sich der Joseph-Lanner-Walzer "Die Mozartisten" mit seinen Zitaten aus Mozart-Opern. Am Ende stand der sympathische und ehrliche Sänger, dessen Vortrag sich immer schon durch große Natürlichkeit ausgezeichnet hat, im Mittelpunkt der Ovationen seiner Fans, die ihn mit Blumen und Geschenken überhäuften. Jose Carreras, gerührt und überglücklich, bedankte sich mit einem Zugabenteil, der eine geschlagene Stunde dauerte.

 

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Source: Wiener Zei.
Date Published: August 13, 2002